Aufruf zur 1.Mai Demonstration in Schwenningen von „Initiative für einen  kämpferischen 1.Mai in VS

Die gesellschaftliche Misere ist offensichtlich, die Wirtschaft ist in der Krise und schuld daran ist nicht die Pandemie. Viele Kolleg:innen haben bereits ihren Job verloren oder müssen in der kommenden Zeit um ihr Auskommen bangen. Die Verluste des Kapitals dagegen werden über Milliarden-Rettungspakete auf die Allgemeinheit abgewälzt. Wenn es nach den Besitzenden geht, sollen wir am Ende also doppelt zahlen.

Warum? Reichtum ist genug vorhanden, das Problem ist schlicht, er ist im Besitz einiger Weniger. Während die Löhne und Hartz- Almosen quasi stagnieren, gehen die Mietpreise vielerorts durch die Decke. Die Energiepreise steigen und denjenigen, welche es nicht mehr schaffen ihre Rechnung zu bezahlen, wird eben der Strom abgestellt. Besonders zu spüren bekommen das Frauen*. Für die selbe Arbeit bekommen sie über 20 Prozent weniger Lohn als Männer. Dass Frauen* den Großteil der gesellschaftlich notwendigen Reproduktionsarbeit – Haushalt, Erziehung, Pflege, und Sorge – als selbstverständlich und naturgegeben aufgehalst bekommen, kommt noch dazu. Auch jetzt in der Pandemie sind es hauptsächlich sie die mit den Problemen durch geschlossene Kitas und Schulen dastehen. Sie müssen nun auch Lehrer:in im „Homescholing“ spielen. Dabei sind es maßgeblich Frauen* die den Laden am Laufen halten. Doch gerade im Gesundheitswesen, in der Pflege und im Dienstleistungsbereich gibt es Löhne die für ein vernünftiges Leben kaum reichen.

Während die Arbeiter:innen und Lohnabhängigen schauen müssen, wie sie über die Runden kommen, greift die Politik den mächtigen Konzernen und DAX-Unternehmen unbürokratisch unter die Arme. Summen in kaum vorstellbarer Größenordnung verteilte die Regierung an Daimler, VW oder die Lufthansa. Während die Bosse Stellen zusammenstreichen um „wettbewerbsfähig“ zu sein, schütten sie gleichzeitig fette Dividenden an die Aktionär:innen aus.

Ihren Reichtum scheffeln die Kapitalist:innen nicht allein aus der Ausbeutung unser Arbeit. Rücksichtslos wird bei ihrem kurzfristigen Streben nach dem maximalen Profit auch die Umwelt ausgebeutet. Der Kapitalismus schaufelt sich sprichwörtlich sein eigenes Grab. Das Problem dabei, sie zerstören die Lebensgrundlage von uns allen.

Mit der Covid-Pandemie ist die Klimakrise im öffentlichen Bewusstsein in den Hintergrund gerückt und gezielt nutzen Kapitalvertreter und Politik die Situation. Das bei einem weiter so in der Umweltpolitik schon jetzt nicht mehr erreichbare 1.5 Grad Ziel wird wieder zur Debatte gestellt, um die Wirtschaft zu „retten“ und den Profit zu sichern wird darauf hin gearbeitet die Klimaschutzziele offiziell über den Haufen zu werfen.

Damit es so nicht einfach weitergeht wie bisher, müssen wir mehr machen als nur zu schimpfen oder Appelle an die Politiker*innen zu formulieren. Wir stecken den Kopf nicht in den Sand und wir sind auch keine Bittsteller. Es geht um unsere Existenz und Zukunft. Im März wurde ein neuer Landtag gewählt und im September wiederholt sich das Spektakel nochmal auf Bundesebene. Was wird sich danach ändern? Schon heute haben wir im Ländle einen grünen Ministerpräsidenten, der einen fetten Dienstwagen fährt und die Konzerne hofiert während diese die Belegschaften zusammen sparen. Und abgeschoben wird auch weiter fleißig und ein neues verschärftes Polizeigesetz hat die alte grün-schwarze Koalition auch eingeführt…

Nichts wird sich ändern, wenn wir nicht selbst dafür sorgen. Deshalb gehen wir am 1.Mai auf die Straße. Wir kämpfen für eine grundlegend neue Gesellschaftsordnung. Der Kapitalismus ist marode, kann die Probleme nicht lösen und bietet uns keine Zukunftsperspektive!

HERAUS ZUM 1.MAI!
Demonstration | 11 Uhr | Schwenningen Bahnhof